Das Fan Interview - "25 Jahre De/Vision"

Tim Holler: Könntet ihr euch für die Zukunft vorstellen mit anderen Musikern/Bands zusammen mal einen Song aufzunehmen? Speziell dann gerne die Frage nach Peter Heppner.

De/Vision: Natürlich können wir uns vorstellen auch in Zukunft mit anderen Musikern zu kooperieren. Die Frage stellt sich doch meist umgedreht, sind denn andere Musiker bereit etwas mit uns zu machen J Ob es mal zu einer Zusammenarbeit mit Peter Heppner kommt, kann ich hier nicht wirklich beantworten, aber vorstellen können wir uns das.

 

Tim Holler:  Könntet ihr euch vorstellen zum Beispiel mal am "Bundesvision-Songcontest" teilzunehmen, oder wäre das gar nichts für euch?

De/Vision:  Das ist eine wirklich gute Frage und wir haben uns schon des Öfteren Gedanken gemacht, ob man sich dafür mal melden sollte. Die Idee des Bundesvision-Contest finde ich persönlich sehr gut, nur leider wird auch dieser Contest von der Industrie bestimmt. Die meisten Künstler haben einen Vertrag bei einem Major-Label und meist ist auch schon am Anfang der Sendung klar, wer gewinnen wird. Die Idee unbekannteren Künstlern eine Bühne zu geben gerät leider immer mehr in den Hintergrund. Vielleicht versuchen wir es mal in den kommenden 25 Jahren

 

Martin Hölscher: Wie ist das Bandlogo entstanden?

De/Vision:  Das Bandlogo wurde 1998 von unserem damaligen Grafiker Dirk Rudolph für uns entworfen. Von 1988 – 98 hatten wir ja ein anderes Logo und als der Wechsel zu Wea Records feststand, wollten wir mit dem neuen Logo auch symbolisieren, dass für uns ein neuer Abschnitt angefangen hat. Auch fehlte uns beim alten Logo ein wenig die Dynamik und dies haben wir mit dem neuen Logo ganz gut gelöst. Übrigens soll das Logo ein „D“ und ein „V“ symbolisieren.

 

Nadja Be: Vermisst ihr eure "echte" Heimat? Kehrt ihr oft dorthin zurück? Hab ihr euch mal überlegt „was wäre wenn wir nicht nach Berlin gezogen wären“?

De/Vision:  Also ich vermisse meine alte Heimat nicht wirklich, ich fühle mich sehr wohl in Berlin und möchte es nicht missen. Ab und an fahren wir beide auch mal nach Bensheim, Thomas öfter als ich, aber wir freuen uns immer wieder nach Berlin zurückzukehren.

Nun ja, was wäre passiert, wenn wir nicht nach Berlin gezogen wären. Eventuell würden wir dann immer noch in Hamburg wohnen, aber darüber denken wir nicht wirklich nach. Wir leben im Hier und Jetzt und fühlen uns sehr wohl.

 

Marcel Hofer, Sandra Hall: Wie sieht es eigentlich mal mit einer Live-DVD aus? Wird doch langsam mal Zeit, oder? Vielleicht im nächsten Jahr zum  25-jährigen Jubiläum?

De/Vision:   Eine neue Live – DVD ist in Planung und wir hoffen mit eurer Unterstützung dies auch so umsetzen zu können, wie wir uns das vorstellen.

 

Pad Laserschwert: Warum ist der "Elektriker" Thomas Adam so gegen mobile und kommunikative Technik?

De/Vision:    Es ist ja nicht so, dass ich diese Technik völlig ablehne, ich habe einfach nur für mich persönlich beschlossen, nicht immer und überall erreichbar zu sein (für alle, die es noch nicht wissen, ich besitze kein Handy). Wenn meine Freunde oder Kollegen etwas von mir wollen, können sie mich zu Hause anrufen und dann kann man alles besprechen. Wenn ich unterwegs bin möchte ich nicht ständig auf irgendwelche E-Mails oder SMS reagieren müssen, das meiste Zeugs, das sich die Leute so schreiben ist sowieso unwichtig und überflüssig.  Außerdem sieht man doch wohin das führt. Überall wo man hinguckt sieht man Leute, die irgendwo zusammen sitzen, doch anstatt sich miteinander zu unterhalten, ist jeder mit seinem Handy beschäftigt. Ich habe mal ein Mädel kennengelernt, mit der war ich abends in einer Kneipe. Es war absolut unmöglich irgendein vernünftiges Gespräch mit ihr zu führen, denn alle 3 Minuten (ich übertreibe wirklich nicht) hat entweder jemand angerufen oder es kam eine SMS, die dann natürlich sofort beantwortet werden musste. Nach etwa 2 Stunden (ich weiß bis heute nicht, wie ich das so lange ausgehalten habe) bin ich dann nach Hause gegangen. Ich bin auch kein Fan von Facebook, Twitter und dem ganzen Zeugs. Da pflege ich lieber Kontakte in der realen Welt...

 

Pad Laserschwert:  Gibt es diesen einen Konzertmoment, der euch auf ewig in Erinnerung bleiben wird?

De/Vision:    Unsere allererste Show in Moskau am 04.10.2003 im damaligen Roxy. Die Technik war katastrophal, die Stimmung hat uns umgehauen. Diese Show steht aber für viele unvergessliche Momente, die wir bislang erleben durften.

 

Pad Laserschwert:  Welches Konzert hättet ihr gerne besucht (als Zuschauer) und bereut es jetzt?

De/Vision:    Deftones/A Perfect Circle am 29.09.2003 in Berlin/Columbiahalle

 

Urmel: Könnt ihr euch vorstellen auf Konzerten Songs zu spielen, die per Fanvoting ermittelt wurden?

De/Vision:    Wir haben solch ein Voting schon einmal durchgeführt. Leider haben wir damit nicht so gute Erfahrungen gesammelt und aus diesem Grund verzichten wir seitdem auf solch ein Voting

 

Urmel:  Ihr habt 2001 sehr erfolgreich eine Unplugged Konzert gespielt. Könnt ihr euch sowas für die Zukunft nochmal vorstellen?

De/Vision:    Natürlich können wir uns das vorstellen, aber momentan stehen andere Dinge im Vordergrund. Pläne dafür liegen aber auf alle Fälle in der Schublade.

 

Sascha Novotny: Mich würde interessieren wie die Jungs zu Jean Michel Jarre stehen. Ob sie seine Musik als Einfluss sehen. Denn ich bilde mir oft ein, diesen herauszuhören. Extrem stark auf "Subkutan"...

De/Vision:    Jean Michel Jarre gehörte lange Zeit zu meinen Lieblingskünstlern. Ich weiß gar nicht mehr, wann das genau war, aber so ca. 30 Jahre dürfte das her sein. Sicherlich ist davon auch mal was in unsere Musik mit eingeflossen (unterbewusst)

 

Mary Lou: Mit wie viel Jahren habt ihr angefangen euch musikalisch zu betätigen und wann habt ihr euch entschlossen, das beruflich zu machen?

De/Vision:    1987 ging es bei Steffen los, der damals mit Stefan, Markus und Jens erste musikalische Erfahrungen in einer Band sammelte. 1988 stieß Thomas dazu, nachdem Jens die Band verlassen hatte und DE/VISION wurde gegründet. 1990 haben wir uns dann dazu entschlossen, die Sache professioneller anzugehen, und 1997 konnten wir dann komplett von der Musik leben.  

 

Tim Holler: Welche Musiker/Bands gehören zu eurer persönlichen Lieblingsmusik?

De/Vision:    Es fällt mir immer schwer irgendwelche Bands/Musiker herauszupicken, da ich die Musik, die ich gut finde, nun einmal gut finde, ganz egal, um welche Band oder welches Musikgenre es sich dabei handelt. Ich finde viele Musiker großartig, zwischen diesen gibt es für mich dann keine wirklichen Abstufungen mehr. Als Beispiel möchte ich mal einen Musiker und eine Band nennen, die ich beide sehr mag und die unterschiedlicher kaum sein könnten, da wäre einmal der italienische Songwriter Angelo Branduardi und auf der anderen Seite die Band "Kraftwerk". Ich kann nicht sagen, wen von beiden ich besser finde, ich kann auch nicht sagen, welches dieser beiden völlig unterschiedlichen Musikgenres ich besser finde. Es kommt eben immer auf meine jeweilige Stimmung an, ob ich das eine oder das andere auflege. Im Grunde ist es bei mir wirklich so, dass ich von Abba bis Zappa alles Mögliche mag und höre...ich liebe die Bee Gees und die Red Hot Chilie Peppers, Bauhaus, Kiss und auch Robbie Williams...und ich könnte noch tausend andere Künstler aufzählen...

 

Cora Meißner: Also mich würde sehr interessieren, ob es auf musikalischer Ebene etwas gibt was die Band zu dem Song „Binary soldier“ inspiriert hat...?

De/Vision:    Meine Jugend, die 80iger und New Order.

 

Barbara Schneider:  Mich würde interessieren, wie die Arbeit mit dem Kinderchor zu bedbugs war. Zum Beispiel, ob die Kids vorher gelernt haben. Oder wurde das alles vor Ort geübt und aufgenommen?

De/Vision:    Zuerst war es eine organisatorische Herausforderung, bis die ganze Geschichte stand, aber dann lief es sehr entspannt ab. Im Vorfeld haben wir natürlich der Chorleiterin der Schule eine Demoversion plus den Text zukommen lassen, aber im Vorfeld wurde die Sache nur einmal geprobt. Am Tag der Aufnahme sind wir dann in die Schule gefahren und haben ca. eine Schulstunde mit den Kids und Steffen die Aufnahmen recorded. Im Studio wurden die Vocals dann nur noch leicht an das Playback angepasst (Timing).

 

Barbara Schneider: Was waren für euch die tollsten, witzigsten oder kuriosesten Fangeschenke bisher?

De/Vision:    Also das witzigste Fangeschenk, das ich jemals bekommen habe, ist ein Geschenk, dass ich während unseres allerersten Russlandbesuchs erhielt. Dabei handelt es sich um eine Matroschka, das ist eine von diesen kleinen Holzpuppen, die man aufmachen kann und dann sind da immer kleinere Puppen drin. Allerdings ist das nicht irgendeine Matroschka, sondern eine, die auch aussieht wie ich. Da hat also irgendein Künstler, solch eine Puppe handbemalt, als Vorlage hatte er vermutlich irgendwelche DE/VISION Fotos...das Ergebnis sieht echt toll aus, selbst an meine Tattoos wurde gedacht... 

 

Jack Shepherd: Meine Frage ist: Welche eurer Songs sind eure persönlichen Favoriten, oder auf welche Songs seid ihr ganz besonders stolz?

De/Vision:    Also im Grunde muss ich hier dasselbe antworten wie bei Frage 14, es gibt soviele Songs die ich absolut großartig finde, so dass ich nur schwer einen bestimmten hervorheben könnte. Allerdings kann ich sagen, dass ich die Sachen, die wir die letzten 10 Jahre gemacht haben, besser finde als unsere frühen Alben...

 

Kati Biene: Wo kommen euch die besten Textideen? 

De/Vision:    Beim Kacken:)...Spaß beiseite...Das ganze Leben dient als Inspirationsquelle sowohl für die Musik als auch die Texte. Es ist eigentlich immer so, dass man etwas lustiges, etwas trauriges oder irgendetwas anderes erlebt und sich denkt, da müsste man mal einen Text drüber schreiben. Manchmal reicht ein einziges Wort das jemand sagt oder das man irgendwo liest aus, um im Kopf eine Idee, eine Geschichte entstehen zu lassen. Wenn es dann aber letzten Endes darum geht, zu einem bestimmten Song einen Text zu schreiben, dann ist es natürlich so, dass nicht jede Textidee zu jedem Song passt. Es kam schon häufig vor, dass ich eine, wie ich fand, tolle Idee für einen Text hatte, die ich auch unbedingt sofort umsetzen wollte, dann aber feststellen musste, dass, egal wie ich ihn drehe und wende, dieser Text einfach nicht zu diesem Song passt. Letztendlich muss man sich einfach von der Stimmung, die ein Song transportiert, inspirieren lassen.

 

Minzi Fischer: Wer hat eigentlich meistens die Idee zu den Videos und würdet ihr auch Ideen von Fans zu einem Song verwenden?

De/Vision:    Fast alle Ideen stammen von den Regisseuren, da sie im Vorfeld auch schon abwägen können, ob sich das Ganze auch finanziell umsetzen lässt, denn die Umsetzung ist natürlich an ein gewisses Budget gebunden. Ob wir Ideen von Fans umsetzen würden, hängt natürlich vom Inhalt ab, und ob sie sich realisieren lässt

 

Martin Hölscher: Ok, ich hab noch eine: Wie verbringt ihr Eure Zeit zwischen Tournee-Ende und neuen Studioaufnahmen (am liebsten)?

De/Vision:    Ausruhen und die Zeit mit der Familie und Freunden verbringen.

 

Barbara Schneider: Wenn ihr ein Album fertig gestellt habt, gibt’s da ein bestimmtes Ritual bei euch? Zum Beispiel: Wem spielt ihr es zuerst vor?

De/Vision:    Ich ziehe mir meine Kopfhörer auf und höre das Album dann sehr oft und ungestört. Meine Freundin ist dann die erste Person, die das komplette Album hören kann (wenn sie mag)

 

Jack Shepherd: Frage an Thomas: "Schreibst du deine Lyrik zuerst im Deutschen, oder gleich auf Englisch?

De/Vision:    Wenn ich einen Text schreibe, dann versuche ich Englisch zu denken...es kommt natürlich auch mal vor, dass ich einen deutschen Satz ins englische übersetze aber es funktioniert nicht, einen komplett deutschen Text einfach nur zu übersetzen, da es dann mit den Reimen häufig nicht mehr passt...

 

Carola Dib: Welchen Song würdet Ihr heute komplett anders re-mastern? Oder evtl. sogar komplett in der Versenkung verschwinden lassen auf Nimmer-Wiederhören?

De/Vision:    Da gibt es so einige Songs die einem persönlich nicht mehr gefallen. Ich bin aber der Meinung, dass dies nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gelangen sollte, da es sicherlich viele Hörer gibt, die gerade diese Songs gut bis sehr gut finden.

 

Martin Hölscher: Welcher Song, der Euch als Studioversion sehr gut gefallen hat und von dem ihr dachtet, dass er live abgeht, hat live wenig bis gar nicht funktioniert?"

De/Vision:    „When the world disappeared“ ist zwar kein „Abgehsong“, aber wir dachten damals schon, dass er sehr gut beim Publikum ankommen würde. Leider mussten wir sehr schnell feststellen, dass dem nicht so war.

 

Wir danken Steffen und Thomas für ihre freundliche Unterstüzung 

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!